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Unter dem Begriff Erlebnispädagogik lassen sich Aktionen und Projekte
zusammenfassen, die (persönliches oder gemeinschaftliches) Tun,
Abenteuer, Phantasie und Aktionen indoor und outdoor beinhalten, die
den Beteiligten Erlebnisqualitäten vermitteln, welche für ihre
persönliche und soziale Entwicklung nachhaltig wirksam sein können.
Konkret beinhaltet Erlebnispädagogik eine Vielzahl von Aktionen wie
Wanderungen, Zeltlager, Orientierungsmärsche mit Karte und Kompass,
Klettern und andere Outdoor-Aktivitäten, Abenteuerspiele, -aktionen oder
parcours, Team-Kooperations-Spiele und vieles mehr.
Aus diesem „großen
Topf“ erlebnispädagogischer Aktivitäten und Möglichkeiten versuchen wir
in unserer „ABENTEUER-AG“ einiges zur Anwendung zu bringen. Den
Bewegungsdrang unserer Schüler aufgreifend, beginnen wir mit
bewegungsintensiven Laufspielen, deren strategischer Anspruch sich im
Verlauf steigert. Team-Kooperationsspiele, wie beispielsweise der
„Schokoladenfluss“, wo die Kinder mit Hilfe einer Anzahl von
Holzplättchen eine bestimmte Strecke überwinden müssen, bringen eine
neue Qualität in die Spielgruppe : Alle zusammen „gewinnen oder
verlieren“. Es gibt Spiele gegen die Uhr, bei denen es darum geht, dass
die Gruppe Strategien entwickelt, um erfolgreich zu sein.
Konzentrationsspiele und Entspannungsübungen sollen die Eigenwahrnehmung
wie auch das Einfühlungsvermögen fördern. Es gibt Vertrauensspiele und
in Planung ist der Besuch der Kletterhalle im Jugendhaus Bad Säckingen.
Für Frühjahr und Sommer sind zudem zahlreiche Outdoor-Aktivitäten
vorgesehen wie Wanderungen, Geländespiele, Bachwanderungen, Klettern am
Felsen und vieles mehr....
Hier geht es
in allererster Linie um das „Selber-Machen“. Die Kinder und Jugendlichen
sollen die Möglichkeit haben, sich selbst und die Anderen im gemeinsamen
Planen, Handeln und Erleben zu erfahren und ihre eigenen wie auch die
Potentiale der Gruppe zu entwickeln und zu erweitern.
Erlebnispädagogik zielt auf das Wachstum des ganzen Menschen und auf die
Verwirklichung menschlicher Potentiale (wie das im Bereich der
Theaterpädagogik auch der Fall ist). Ausgehend von der Hypothese, dass
der durchschnittliche Mensch in unserer Zeit 85 bis 95(!)% seines
Potentials nicht nutzt,
ist davon auszugehen, dass es für jeden von uns zu jeder Zeit noch sehr
vieles gibt, was er an sich selbst entdecken kann. Fähigkeiten, Kräfte
und Begabungen können aufgespürt und erfahren werden, wenn der Mensch
seinen gewohnten „sicheren“ Rahmen verlässt und sich auf neue
Erfahrungen einlässt. Dies kann beispielsweise geschehen, wenn ich beim
Klettern oder Abseilen meine eigenen Grenzen erfahre und erweitere, wenn
im Rahmen einer Höhlenbegehung neue und starke Erlebnisqualitäten
innerlich Raum greifen oder wenn im Rahmen eines Abenteuer- oder
Teamkooperations-Parcours ich die eigene Kreativität und die der Anderen
neu erfahre und zur Anwendung bringen lerne.
Erlebnispädagogik ist Selbsterfahrung und
Gemeinschaftserfahrung. Sie setzt bei den Stärken des Einzelnen
an.
Selbstorganisation, Selbsttätigkeit und
Selbstreflexion (beim Einzelnen wie im Team) verhelfen dem Lernenden zu
einer Erfahrung von Autonomie, lehren ihn das Gefühl, fest auf den
eigenen Füßen in der Welt zu stehen als eigenständige Person, aber
deswegen nicht allein. Erlebnispädagogik so verstanden zielt klar auf
die Stärkung der Persönlichkeit.
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